Der Graf. Ein Irrtum mit Stil.

Ein schüchterner Schneider, ein edler Anzug – und schon hält man ihn für einen ungarischen Grafen. Was als Verwechslung beginnt, wird zur Liebesgeschichte, zur Satire und zur Frage: Wer sind wir wirklich – hinter dem, was wir tragen?

Mit feinem Humor und grosser Menschenkenntnis bringt Iris Minder Gottfried Kellers Novelle Kleider machen Leute ins Grenchen der 1950er-Jahre – und mitten ins Herz des Publikums.

Der ungarische Graf. Ein Spiel mit Schein und Sein.

Grenchen, 1950er-Jahre: Die Stadt im Aufschwung, mit Glanz auf der Oberfläche – und darunter: Sehnsüchte, Unsicherheiten, Schablonen.

In genau diese Welt stolpert ein stiller Schneider – in einem feinen Anzug, auf der Durchreise. Doch kaum angekommen, halten ihn alle für einen ungarischen Grafen. Und weil niemand nachfragt, schweigt er – höflich, verlegen, überrumpelt. So nimmt die Geschichte ihren Lauf.

Mit «Der ungarische Graf» bringt Iris Minder eine freie Mundartfassung von Gottfried Kellers berühmter Novelle Kleider machen Leute auf die Bühne. Die Handlung wurde ins Grenchen der 1950er-Jahre verlegt – eine Zeit des Wirtschaftswunders, aber auch des Fassadendenkens. Hier treffen Schein und Sein aufeinander, Vorurteile auf Menschlichkeit, Selbstzweifel auf Liebe.

Was leicht beginnt, gewinnt an Tiefe: Denn hinter dem schönen Spiel verbirgt sich die Frage, wie echt unser Leben ist – und was passiert, wenn wir plötzlich gesehen werden, wie wir wirklich sind. Mit viel Gespür für Sprache, Rhythmus und Charaktere erzählt das Stück von einer Verwechslung, die mehr offenbart als versteckt.

Getragen wird die Inszenierung von drei Generationen – aus dem Kindertheater BLITZ, dem Seniorentheater JAWOHL und dem Theateratelier. Gemeinsam bringen sie eine Geschichte auf die Bühne, die so zeitlos ist wie die Frage nach dem, was uns ausmacht: das, was wir tragen – oder das, was wir sind?

Dauer: ca. 95 Minuten ohne Pause.